Wann ist Weihnachten?

Wann ist Weihnachten

Wann ist eigentlich Weihnachten? Nein, ich meine jetzt nicht die historische Frage, ob Jesus tatsächlich am 25. Dezember geboren wurde (wurde er nicht). Es geht mir auch nicht so sehr um die liturgische Frage, ob der Heiligabend schon Weihnachten ist (naja…). Meine Frage ist ganz persönlich gemeint: Für Dich / für Sie ganz persönlich, wann hast du das Gefühl, jetzt ist Weihnachten?

Als ich Kind war, war das klar: wenn im Weihnachtszimmer das Glöckchen bimmelte, dann war Weihnachten! Höhepunkt des Zaubers und der Spannung. Seit ich erwachsen bin, hat sich das natürlich geändert. Im Kloster habe ich viele verschiedene Arten erlebt, wie man Weihnachten feiern kann, gar nicht so leicht, da einen genauen Moment zu nennen.

Einmal habe ich mit einer unserer Kinderdorfmütter die Christmette vorbereitet. Sie sagte: „Zum Schluss singen wir ‚Stille Nacht‘. Und dann geht das Licht aus. Das ich für mich Weihnachten.“

Einmal habe ich einen befreundeten Pfarrer gefragt: „Hast du eigentlich auch was vom Fest?“ Er hatte eine Messe nach der anderen, jedes Mal die Anspannung, da kommt doch kein Feiertagsgefühl auf. Seine Antwort habe ich nie vergessen: „Wenn alles vorbei ist und ich zuhause zur Ruhe kommen kann, dann ist für mich Weihnachten.“

Inzwischen arbeite ich selber als Gemeindereferentin, und seit einigen Jahren leite ich gemeinsam mit einem Kollegen die Familienchristmette. Bei ‚Stille Nacht‘ bin ich noch lange nicht in Weihnachtsstimmung. Danach kommt ja noch so viel anderes, vor allem die „richtige“ Christmette, bei der ich dann vorsingen und lesen muss. Wobei das alles ja schön ist und sich auch festlich anfühlt (außer wenn man wirklich einen Gottesdienst komplett leitet, das ist nur Anspannung).

Also: Wann ist Weihnachten?

Damit für mich wirklich Weihnachten werden kann, brauche ich einen Moment des Loslassens. Ein Moment, wo ich nichts leisten und nicht funktionieren muss. Wo ich spüre, dass ich einfach sein darf. Ich glaube, das ist auch ein Grund, warum wir schon die Geburt Jesu feiern und nicht erst seine Wundertaten, Predigten oder seine Auferstehung: Das kleine Kind hat noch nichts geleistet. Es ist einfach da und doch schon so kostbar und ein solcher Grund zur Freude und Hoffnung!

Das Kind in der Krippe sagt uns, dass Gott uns bedingungslos liebt. In diesem Sinne: frohe und gesegnete Weihnachten, wann auch immer es für Dich / für Sie beginnt!

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